Leben mit Multipler Sklerose

Über 10 000 Menschen in der Schweiz sind von Multipler Sklerose betroffen. Was heisst es aber überhaupt, MS zu haben? Wie ist es, eine solche Diagnose zu erhalten und was heisst es für Angehörige, welche die Krankheit oftmals auch stark betrifft? Diesen Fragen bin ich in der Radiosendung "Synapsenfunk" nachgegangen. Zusammen mit meinen Gästen: Dietmar Schweer und Jann Kessler. 

Seit ich die Diagnose MS erhalten habe, lebe ich komplett anders.
— Dietmar Schweer - MS-Betroffener

Dietmar Schweer ist 54 Jahre alt und hat vor zwei Jahren die Diagnose Multiple Sklerose erhalten. Das hat seinen Lebensstil enorm verändert: Er hat mit Rauchen aufgehört, ernährt sich seither gesünder, er hat sein Arbeitspensum reduzieren müssen und nimmt seit einem Jahr ein Medikament, welches weitere Schübe vermeiden soll.

Dieses immer wieder Auseinandersetzen müssen mit der eigenen Krankheit macht auch müde.
— Susanne Kägi - Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft

Susanne Kägi ist Bereichsleiterin für Pflege- und Angehörigen-Support bei der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft. Sie kennt die Herausforderungen und Probleme, mit denen die MS-Betroffene und Angehörige zu kämpfen haben. 

Die Krankheit meiner Mutter hat mich dankbar gemacht für mein gesundes Leben.
— Jann Kessler - MS-Mitbetroffener

Jann Kessler ist 20 Jahre alt und ist der Macher des FIlms "Multiple Schicksale". Seine Mutter hat vor 15 Jahren die Diagnose MS erhalten. Ihr Krankheitsverlauf hat sich in dieser Zeit  so verschlechtert, dass sie sich heute weder bewegen noch artikulieren kann. Sein Film porträtiert neben seiner Mutter auch andere Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Der Film zeigt auf, wie sie versuchen, mit MS im Alltag klar zu kommen, wie vielen die Krankheit immer mehr von ihrem Leben nimmt, wie die einen sich gegen die Krankheit auflehnen und wie andere an ihr zerbrechen.

Die Sendung "Leben mit Multipler Sklerose" lief am 1. Dezember 2015 bei Radio Stadtfilter.